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Über das Institut

Das Italienisch-Deutsche Historische Institut ist ein im Jahre 1973 in Trient gegründetes Forschungsinstitut, das die Förderung der Geschichtsstudien vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart mit besonderem Augenmerk auf die Verbindungen zwischen dem deutschsprachigen und italienischen Kulturbereich zum Ziel hat.

Seine Tätigkeit entwickelt sich hauptsächlich auf drei Gebieten.

1. Die Forschung. Der Direktor Prof. Paolo Pombeni leitet ein zum Teil ständiges, zum Teil auf Zeit angestelltes Forscherteam und dessen laufende Projekte. Im Laufe der Jahre sind verschiedene Forschungsphasen aufeinander gefolgt, deren Geschichte von den Anregungen der einzelnen Direktoren und der internationalen akademischen Gemeinschaft gekennzeichnet ist.
Die gegenwärtige Direktion hat eine weitere Spezialisierung des Instituts beschlossen und dessen Forschungen auf ein einziges großes Projekt konzentriert, das im September 2010 mit einer internationalen Ausschreibung für 10 neue Forscher in die Wege geleitet wurde.  Als Forschungsthema wurde "Der Übergang als historiographisches Problem. Eine Forschung über die Phasen der kritischen Entwicklung der Moderne 1494-1973" gewählt. Die Forschungstätigkeit entwickelt sich nicht nur innerhalb des Forschungsteams, sondern auch durch eine Konfrontation auf internationaler Ebene mittels der Organisation von Tagungen und Workshops verschiedenen Niveaus. Mittelpunkt dieser Veranstaltungen ist die traditionelle "Studienwoche" - dieses Jahr die 55. - , die jedes Jahr am Ende des Sommers eine ausgewählte Gruppe von Wissenschaftlern und jungen Forschern zur Diskussion eines Thema von besonderer historiographischer Bedeutung vereint.

2. Die Bibliothek. Das Institut verfügt über eine der reichhaltigsten Bibliotheken  im Bereich der italienisch-deutschen und europäischen Geschichtswissenschaft. Sie  umfasst rund 138.000 Bände (davon 1.336 antike Bücher), 1.077 Zeitschriften (davon 466 im Abonnement) und 68 Datenbanken (davon 40 online). Im Laufe der Jahre hat die Bibliothek eine Reihe von sehr wertvollen Beständen erworben, darunter die Bibliothek des großen Historikers des Trienter Konzils , Hubert Jedin, sowie die Bibliothek der Fondazione Italiana per la storia amministrativa (FISA), eines der ersten italienischen Zentren, das sich in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts mit dem Studium der Geschichte der Institutionen befasste. Die informatisierte Bibliothek ist im Catalogo Bibliografico Trentino, eine elektronischer Sammlung der Bestände der über 150 öffentlichen und privaten Bibliotheken des Trentino enthalten.

3. Die Publikationstätigkeit. Das Institut verfügt über eine interne Publikationsstruktur - eine Rarität in Italien - , die nicht nur im Dienste der internen Forschungstätigkeit steht, sondern deren professionelle Redaktion auf kultureller und internationaler wissenschaftlicher Ebene tätig ist.

Sowohl in Zusammenarbeit mit angesehenen Verlagen (Il Mulino in Italien und Duncker & Humboldt in Deutschland), als auch in hauseigener Tätigkeit (FBK-Press) hat das Institut Veröffentlichungsreihen nunmehr international renommierte Publikationsreihen ins Leben gerufen. Zur Reihe der "Quaderni", in denen die wissenschaftlichen Ergebnisse von Tagungen (wie die Akten der "Studienwochen") veröffentlicht werden und die nunmehr 80 Titel zählen, gesellt sich die Reihe der "Monografie", die zweisprachige Reihe "Contributi/Beiträge", die "Fonti" und schließlich die deutschsprachige Reihe "Schriften des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts". Von Bedeutung ist auch die Realisierung "großer Werke" wie die kritische Edition der Schriften und politischen Reden Alcide De Gasperis (10 Bände mit rund 10.000 Seiten) und die Geschichte des Trentino in 6 Bänden.
In den "Annali dell'Istituto Storico Italo-Germanico in Trento" (seit 1975) sind Beiträge italienischer und deutscher Historiker über wichtigsten, während des Jahres vom Institut behandelten Themen enthalten. Seit 2012 sind die "Annali" eine semestrale Publikation mit einer italienischen und einer deutschen Ausgabe geworden.